Biomechanik der Wirbelsäule

Univ.-Prof. biol. hum. Hendrik Schmidt

Rückenschmerz ist die erstgenannte Volkskrankheit Deutschlands. Die Lebenszeitprävalenz von akuten Rückenschmerzen liegt bei etwa 70%. Die Prävalenz chronischer Rückenschmerzen wird mit 8 bis 21% angegeben. Somit stellen Rückenschmerzen nicht nur für den Betroffenen sondern auch für unser Land ein enormes volkswirtschaftliches Problem dar.

Das Julius Wolff Institut forscht, um Schmerzursachen vorzubeugen und die Schmerzbehandlung weiter zu optimieren.

Bewegung, Belastung und Beanspruchung - mechanische Ursachen für Rückenschmerz

Spine

Heute wissen wir, dass zu hohe mechanische Belastungen Rückenschmerzen verursachen können. Wir wissen auch, dass Bewegungsmangel ein Risikofaktor für das Auftreten von Rückenschmerzen ist. Jedoch ist die richtige Dosis an Bewegung und Belastung unbekannt, d.h. wie viel Bewegung und Belastung ist erforderlich, um langfristig Rückenschmerzen zu vermeiden oder Rückenschmerzpatienten von ihrem Leiden zu befreien. Bewegung und Belastung führen zur Beanspruchung von Strukturen. Es ist bekannt, dass mechanische Reize (Spannungen, Dehnungen oder Flüssigkeitsströme) aber auch elektrische Strömungspotenziale den Zellmetabolismus beeinflussen. Auch hier gilt zu viel oder zu wenig Beanspruchung kann eine Degeneration oder Schädigung hervorrufen und damit wieder ein Auslöser von Rückenschmerzen sein.

Bis heute ist nicht bekannt, wie diese drei großen Welten Bewegung, Belastung und Beanspruchung interagieren. Die Wirbelsäulenbiomechanik des Julius Wolff Instituts erforscht das Zusammenwirken dieser drei Welten, um die mechanischen Ursachen zur Entstehung von Rückenschmerzen besser zu verstehen und gemeinsam mit unseren klinischen Partnern Strategien zur Prävention und Therapie von Erkrankungen entwickeln zu können.

Ansprechpartner