Molekulare Unfallchirurgie

Die Arbeitsgruppe Molekulare Unfallchirurgie untersucht die molekularen und zellulären Grundlagen klinisch relevanter Fragestellungen in der muskuloskeletalen Chirurgie mit dem Schwerpunkt auf pharmakologisch verwertbaren Signalereignissen.

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Calca und Arthritis

Calca and arthritis

Tazio Maleitzke, Alexander Hildebrandt, Jerome Weber, Tamara Dietrich, Serfafim Tsitsilonis, Johannes Keller

Die rheumatoide Arthritis (RA) betrifft 1% der heutigen Weltbevölkerung und ist gekennzeichnet durch eine chronische Entzündung der Synovia und die damit einhergehende Zerstörung der Gelenke, angeführt von Knorpelabbau und Knochenerosionen. Moderne therapeutische Arzneimittelregime können Knochenerosionen und Knorpelabbau leider nur verzögern oder sehr begrenzt stoppen. Knochenerosionen, die aus einem Ungleichgewicht von Knochenaufbau und Knochenresorption resultieren, führen zu schweren Gelenkdeformitäten, die letztlich operativ durch Gelenkersatz behandelt werden. Unfallchirurgen und Orthopäden stehen bei der Durchführung von Gelenkersatzoperationen aufgrund der schlechten Knochenqualität bei RA-Patienten oft vor schwierigen Bedingungen. Calcitonin (CT), calcitonin gene-related peptide (CGRP) und Procalcitonin (PCT), die alle von ihrem gemeinsamen Gen Calca kodiert werden, haben in Fraktur- und Entzündungsmodellen nachhaltige Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel gezeigt. Doch die Rolle der aus dem Calca-Gen erzeugten  Peptide bei der RA ist bisher nicht ausreichend untersucht worden. Unser Ziel ist es, die Wirkung von Calca-Peptiden bei arthritischen Knochenerkrankungen zu untersuchen und zu bestimmen. Wir wollen die gemeinsame Pathophysiologie von Knochenerosionen, Calca-Peptiden und RA besser verstehen und damit die Knochenqualität und die endoprothetischen Ergebnisse von Patienten in der Gelenkersatzchirurgie verbessern.