Molekulare Unfallchirurgie

Die Arbeitsgruppe Molekulare Unfallchirurgie untersucht die molekularen und zellulären Grundlagen klinisch relevanter Fragestellungen in der muskuloskeletalen Chirurgie mit dem Schwerpunkt auf pharmakologisch verwertbaren Signalereignissen.

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Photovernetzbares Cytokin-Freisetzungssystem

Photovernetzbares Cytokin-Freisetzungssystem zur Verbesserung der Knochenheilung

Norman Drzeniek & Paul Köhli, Lena Panse, Nourhan Kahwaji, Sven Geißler, Hans-Dieter Volk, Manfred Gossen, Serafeim Tsitsilonis

Rekombinantes BMP-7, das einzige kommerziell erhältliche Arzneimittel zur Behandlung von Pseudarthrosen langer Röhrenknochen wurde aufgrund schwerer Nebenwirkungen vom Markt genommen. Damit existiert aktuell keine effektive pharmakologische Behandlungsmöglichkeit dieser komplexen Fälle. Deshalb wurden Insulinähnliche Wachstumsfaktoren (IGF-1) als mögliche Alternative zu BMP-7 erforscht. Leider ist die sehr kurze Halbwertszeit des IGF-1 ein praktischer Nachteil, der dazu geführt hat, dass sich bislang kein neues Alternativprodukt in der klinischen Anwendung etablieren konnte. Um diese Limitationen zu überwinden, wollen wir eine "lebende Medikamentenfabrik" nutzen, die die Freisetzung von IGF-1 in vivo über längeren Zeitraum aufrechterhält und sich unkompliziert und benutzerfreundlich zusammenbauen und ins Operationsgebiet spritzen lässt.

Gemeinsam mit den BCRT-Arbeitsgruppen Volk (Zelltherapie) und Gossen (RNA Technologie) testen wir implantierbare Konstrukte aus transfizierten MSC und einer Biomaterialnische, die die Freisetzung pro-regenerativer Cytokine am heilenden Knochen modulieren. Technische Herausforderungen liegen in einer Technologie, die die Schritte der Konstruktherstellung indikationsabhängig zu einem simplen, flexiblen und klinisch anwendbaren Prozess vereint.