Osteoimmunologie

Dr. rer. nat. Katharina Schmidt-Bleek

Die Interaktion des Skelett- und Immunsystems während der Knochenheilung steht im Fokus unserer wissenschaftlichen Arbeit. Knochen und Immunzellen verbinden gemeinsame Vorläuferzellen, aus denen sie im Knochenmark reifen; es liegen vielfältige Wechselwirkungen zwischen den Zellen beider Systeme vor.

Sie befinden sich hier:

Immunmodulation als Therapieoption

Muskuloskeletale Verletzungen umfassen Schäden am Bewegungsapparat mit Knochenfrakturen und Zerreißungen von Muskeln und Sehnen. Ursachen sind häufig Unfälle oder unphysiologische Belastungen. Studien haben gezeigt, dass jährlich bis zu 25% der Bevölkerung eine muskuloskeletale Verletzung erleiden. Verlängerte Heilungsphasen, verzögerte Heilung oder eine resultierende non-union ziehen häufig eine zweite Intervention nach sich und verschlechtern damit maßgeblich die Lebensqualität und verursachen hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Muskuloskeletale Verletzungen stellen damit ein bedeutendes gesundheitliches Problem dar und brauchen in der Konsequenz neue, verbesserte Therapiekonzepte, um die Heilungsrate zu erhöhen. Der Stand der Wissenschaft macht die enge Vernetzung der Immunzellen mit dem Heilungsergebnis deutlich, was einen immune-modulatorischen Ansatz als mögliche, neue Therapieoption verdeutlicht. Eine Entzündung ist die unmittelbare lokale Reaktion auf eine Verletzung und initiiert die Reparatur und Heilung. Um zu einer erfolgreichen Heilung zu führen, muss diese Entzündungsreaktion streng kontrolliert ablaufen. Eine verlängerte oder zu intensive pro-inflammatorische Reaktion wirkt sich negativ auf die Heilung aus. In solchen Fällen kann eine immun-modulatorische Intervention als neue Therapieoption zur unverzögerten Heilung beitragen.