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23.04.2012

Harte Arbeit für zartes Gemüse

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Wissenschaftler messen die Belastungen des Hüftgelenkes beim Spargelstechen.

Die Spargelsaison hat offiziell begonnen. Doch des einen Genuss ist des anderen Last. Feldarbeit, insbesondere das Spargelstechen ist eine körperlich schwere Arbeit – das belegen jetzt auch Ergebnisse der Charité.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Julius Wolff Instituts der CharitéUniversitätsmedizin Berlin haben im letzten Jahr die Belastung des Hüftgelenks beim Spargelstechen und weiterführenden Arbeiten direkt im Menschen gemessen. Die ersten ausgewerteten Ergebnisse zeigen: Spargelstechen belastet das Hüftgelenk besonders stark. Die Belastung ist dabei ähnlich hoch wie beim Joggen. Bei bestimmten Bewegungen während des Spargelstechens haben die Ingenieure Belastungen bis zum 4,5fachen des Körpergewichtes im Hüftgelenk gemessen. Bei einer Person mit einem Körpergewicht von rund 70 kg sind das Kontaktkräfte von 315 kg, mit denen das Hüftgelenk belastet wird. Prof. Dr.-Ing. Georg Bergmann, stellvertretender Direktor des Julius Wolff Instituts, stellt fest, dass die hohen Belastungen durch die Körperhaltung hervorgerufen werden: "Um das Gleichgewicht mit vorgebeugten Oberkörper halten zu können, werden zahlreiche Muskelgruppen um die Hüfte aktiviert. Die Muskelkontraktionen verursachen schließlich die außergewöhnlich hohen Kontaktkräfte im Gelenk."

Die Untersuchungen zeigen, dass für das Hüftgelenk Feldarbeit in gebückter Haltung anstrengender ist als das Tragen von Gegenständen. Beim Tragen einer Kiste mit 10 kg Spargel wurde das Hüftgelenk mit dem 3fachen des Körpergewichtes, bei einer Kiste mit 20 kg schon mit bis zum 4fachen des Körpergewichtes belastet. Im Vergleich dazu liegt die Belastung beim normalen Gehen beim rund 2,5fachen des Körpergewichtes.

Die Wissenschaftler können die auf die Gelenke einwirkenden Kräfte und Momente mithilfe von instrumentierten Endoprothesen messen. Hierfür werden im Labor klinisch erprobte Implantate mit Messsensoren und einer Mikrotechnik ausgestattet. Mit Hilfe eines äußeren Magnetfeldes wird die integrierte Mikroelektronik während der Messung mit Energie versorgt. Über eine interne Antenne werden die Belastungsdaten drahtlos aus dem Körper heraus gesendet. So konnten in den vergangenen Jahren Messungen bei Alltagsaktivitäten wie dem Gehen und Treppensteigen, aber auch beim Joggen, Radfahren und anderen Sportarten untersucht werden. Die größten bisher gemessenen Belastungen traten jedoch bei Stolpern auf. Hierbei wurde das Hüftgelenk mit bis zum 9fachen des Körpergewichtes belastet.



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