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21.08.2012

Markus Heller wechselt an die University of Southampton

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Im Rahmen der für ihn dort neu geschaffenen Professur für Biomechanik wird er seine Forschungsarbeit weiter vorantreiben.

PD Dr. biol. Hum. Markus Heller, langjähriger Mitarbeiter am Julius Wolff Institut der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, beendet seine Tätigkeit am Institut Ende August. Er wird an die Universität Southampton in Großbritannien wechseln, wo er seine Forschung im Rahmen der für ihn dort neu geschaffenen Professur für Biomechanik weiter vorantreiben wird.

Nach seinem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart arbeitete Markus Heller als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm (Prof. Dr. Lutz Claes), wo er 2001 auch promovierte. Im Jahr 1999 wechselte er bereits an die Charité und leitet dort seit 2005 die Arbeitsgruppe "Muskuloskelettale Biomechanik" des Julius Wolff Instituts, die er zu einem interdisziplinären Team mit internationaler Reputation entwickelte. Seine Forschung zum Verständnis und der computergestützen Vorhersage der Kräfte im Bewegungsapparat wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, etwa von der European Society for Biomechanics (ESB) mit dem Clinical Research Award sowie dem S.M. Perren Award, aber auch durch den New Investigator Recognition Award der nordamerikanischen Orthopaedics Reserach Society (ORS). Seine richtungsweisende Arbeit zu den muskuloskelettalen Belastungen wurde dabei u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Europäischen Union, zahleichen Stiftungen und auch der Industrie aktiv unterstützt. In enger Kooperation mit dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie gelang es so durch die Entwicklung neuer Implantate und Prothesen Grundlagenwissen um die Mechanik der Gelenke in die klinische Praxis zu überführen.

Auch in der Lehre engagierte sich Markus Heller, etwa beim Aufbau der Berlin-Brandenburg School for Regenerative Therapies (BSRT), einer Graduiertenschule der DFG Exzellenzinitiative, aber auch im Rahmen der Entwicklung des Modellstudiengangs der Charité. Den Doktoranden der BSRT und jungen Postdocs gab er dabei grundlegende Kenntnisse der Muskuloskeletale Biomechanik weiter und begeisterte die Teilnehmer mit seiner anschaulichen und praxisnahen Vermittlung des Forschungsfeldes.

Durch den Umzug der Arbeitsgruppe ins Centrum für Sportwissenschaft und Sportmedizin Berlin erschlossen sich durch die nun vorhandenen Räumlichkeiten neue Möglichkeiten zur Entwicklung und Anwendung genauer und robuster Verfahren für die 3-dimensionale Vermessung der Skelettbewegung. "Mit genauen Berechnungsmodellen, die durch akkurate Information zum Bewegungsverhalten aus dem Ganglabor gespeist werden, sind wir heute in der Lage etwaige funktionelle Defizite zu erkennen, die individuellen Belastungen in den unteren Extremitäten zu verstehen, und effiziente Strategien zur Reduktion des Risikos einer mechanischen Überlastung des Bewegungsapparates zu entwickeln", so Markus Heller.

Seit 2010 koordiniert Markus Heller das EU-Projekt MXL "Enhanced patient safety by computational Modelling from clinically available X-rays to minimise the risk of overload and instability for optimised function and joint Longevity". Dieses Projekt zielt darauf ab, im Rahmen der Implantatentwicklung und der Operationsplanung des künstlichen Gelenkersatzes anatomisches und biomechanisches Know-How so einfließen zu lassen, dass die dauerhafte Wiederherstellung der Gelenksfunktion auch langfristig sicher gelingt. Das Team um Markus Heller steuert dabei sein Know-How in der genauen Vermessung der Bewegung sowie der Berechnung der Muskel- und Gelenkkräfte im menschlichen Körper bei. "Unsere Partner, vor allem auch die Kollegen vom Zuse Institut Berlin (ZIB) haben nun robusten Verfahren zur Rekonstruktion der 3-dimensionalen Anatomie aus Röntgenbildern entwickelt. Heutige Sensortechnologie gibt uns dazu völlig neue Möglichkeiten Bewegung und Funktion – auch kostengünstig – zu erfassen. Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es durch das Zusammenführen dieser Expertise nun erstmals möglich wird, die Planung orthopädischer Eingriffe durch verlässliches Wissen um die Funktion und Belastungen der Gelenke zu unterstützen. Der intelligente Einsatz von Informationstechnologie ist dabei wesentlich, um Kosten und Zeitaufwand hierbei so gering zu halten, dass sich der Einsatz dieser Tools auch lohnt – für Arzt und Patient."


Wir danken Markus für seine langjährige engagierte Arbeit an unserem Institut und wünschen ihm für die bevorstehenden Herausforderungen viel Freude und weiterhin viel Erfolg.



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